Stolpersteinverlegung Dallgow, 14. August 2021

Vor 13 Jahren startete der erste Versuch, ein durch Nationalsozialisten ermordetes Ehepaar durch Stolpersteine zu ehren. Nun kehren Herta und Richard Katz nach 78 Jahren an den Ort zurück, an dem sie lebten.

Ablauf

11 Uhr: Verlegung der Stolpersteine

in Dallgow, Nauener Straße 24
mit einführenden Worten von Rüdiger Schäfer, dem stellv. Bürgermeister Peter Kristke und dem Posaunenchor des Pfarrsprengels Dallgow

12 Uhr: Vortrag

im großen Saal des Rathauses Dallgow von Dr. Christoph Janssen und Claudia Schmidt
Beitrag gegen das Vergessen, ein Versuch, der Familie Katz ein Gesicht zu geben, sie aus der Anonymität herauszuholen. Das Ergebnis einer intensiven Spurensuche, die im Bundesarchiv begann und über Landes- und Privatarchive nach Frankreich und in die USA führte. Am Anfang war nur ein Name, am Ende blicken wir auf ein ganzes Leben zurück.

Im Anschluss: Ausklang mit einem kleinem Imbiss

Ehepaar Katz

Herta und Richard Katz stammten aus angesehenen Berliner Familien. Richard Katz war Architekt und erwarb 1929 für seine dreiköpfige Familie ein kleines Eigenheim in Dallgow.

Nach 1933 wurden sie als Juden zunehmend verfolgt. Die Eltern zogen sich dauerhaft nach Dallgow zurück. Zuletzt einkommenslos und geächtet, wurden beide 1943 deportiert.

Im darauf folgenden Jahr wurden Richard Katz in Theresienstadt und Herta Katz in Auschwitz ermordet. Einzig ihre Tochter Romana überlebte und konnte über diese Zeit berichten.

4. Historische Radrundfahrt nach Schönwalde und Eiskeller mit neuem Teilnehmendenrekord

Bei herrlichem Wetter lockte unsere Radrundfahrt 60 Interessierte an. Nach der Begrüßung durch Thomas Lenkitsch ging es vom Falkenseer Treffpunkt an der Roten Villa es zunächst durch den kühlenden Wald nach Schönwalde-Siedlung. Zunächst führte Jörg Kluge am Strandbad Schönwalde in die Geschichte der Gemeinde mit sieben Ortsteilen ein.

Die zweite Station war das Haus Großer Ring 89. Hier erläuterte Uwe Ulrich die Situation verfolgter Juden in Schönwalde während des Nationalsozialismus. Eine der betroffenen Familien war Dagny Herzberg mit ihren beiden Söhnen. Nach Verhaftung der Mutter und Überführung ins Konzentrationslager Ravensbrück blieben ihre drei und zehn Jahre alten Kinder allein zurück. Sie überlebten nur, weil sich befreundete Familien ihrer annahmen. Der Enkel von Dagny Herzberg, Julien Hartley, war Teilnehmer der Radrundtour und berichtete mit bewegenden Worten vor dem letzten selbst gewählten Wohnort seiner Großmutter über ihr Schicksal: Sie wurde 1942 ermordet. Im Mai 2022 wird an dieser Stelle ein Stolperstein für Dagny Herzberg verlegt werden.An der Steinernen Brücke wurde die Gruppe von Bürgermeister Bodo Oehme erwartet. Er ließ es sich nicht nehmen, an diesem Erinnerungsort der deutschen Teilung über die besondere Geschichte des Grenzortes zu sprechen. Andere (ehemalige) Schönwalder Einwohner und Mitorganisatoren Jörg Kluge und Thomas Lenkitsch ergänzten aus ihrem Geschichtenfundus. Anschließend bereisten die Teilnehmenden den bereits sehr gut mit Stelen ausgestatteten Mauerradweg und machten Halt an verschiedenen geschichtsträchtigen Punkten, wo es weitere Erläuterungen von Jörg Kluge und Ines Oberling gab.

Am letzten Halt tauchten die Mitfahrenden in das Landschaftsschutzgebiet des Eiskellers ab. Fast wie auf Bestellung kreuzte ein Reh entspannt den Weg. Als einer der wenigen Einwohner dieses Fleckchen gab Jörg Kluge hochinteressante Einblicke in die wechselvolle mit der Grenzziehung verbundene Geschichte der ehemaligen Enklave Eiskeller.

Drei spannende Stunden einer kleinen Zeitreise waren wie im Fluge vergangen. Im Anschluss folgten viele der Mitreisenden noch unserer Einladung zu einem gemütlichen Beisammensein im Freien. Die 5. Radrundtour wird voraussichtlich am 9. Oktober 2021 ins 750jährige Dallgow führen.

Herr Sonntag aus Schönwalde hat ein Video von unserer Radrundfahrt gemacht und auf YouTube veröffentlicht: https://youtu.be/lIjIXlico7Y.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden!

Tag der Nachbarschaft im Weltladen

Am Freitag findet in Falkensee im und um den Weltladen der Tag der Nachbarschaft statt. 

Von 10 bis 18 Uhr gibt es die Möglichkeit sich über die vielfältigen Angebote und Gruppen in Falkensee zu informieren und mit der Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen. Der Weltladen hat tolle Angebote vorbereitet! A

Auch Mitglieder von uns werden vor Ort sein und gern Fragen zu Stolpersteinen und unserer Arbeit beantworten. 

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Weltladens: https://weltladen-falkensee.de/veranstaltungen/28-05-und-29-05-2021-tag-der-nachbarschaft-und-markttag/

Aktionstag „Vorsicht Vorurteile“

Wir haben am 18. März 2021 am bundesweiten „Aktionstag gegen Vorurteile“ teilgenommen. Vor dem letzten selbst gewählten Wohnort von Gertrud Kolmar und ihrem Vater im Falkenseer Ortsteil Finkenkrug wurde an diese beiden verfolgten Menschen erinnert und aus den Gedichten von Gertrud Kolmar gelesen.

Der halbstündige Film über die in Falkensee durchgeführten Projekte an diesem Aktionstag ist bei Youtube zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=mFA_qdwytGY
Danke an das Jugendforum Falkensee!


Mit dabei:

  • Kunstaktion im Geschichtspark an der letzten verbliebenen Baracke des Falkenseer Außenlagers des Konzentrationslagers Sachsenhausen
  • Ansprache des Bürgermeisters Heiko Müller
  • Lesung am Kolmar-Wohnhaus in der Feuerbachstraße
  • Zusammenfassung der Online-Diskussion „Frauen in der Pandemie“

Beitrag zum Aktionstag „Vorsicht Vorurteile“

Anlässlich des Aktionstages „Vorsicht Vorurteile“ wird unsere Gruppe am 18. März 2021 um 14 Uhr in der Feuerbachstraße 13 in Falkensee vor dem ehemaligen Wohnhaus von Gertrud Kolmar (heute Hort der Lessingschule) über das bemerkenswerte Leben und Werk dieser bedeutsamen Lyrikerin sprechen. 
Weitere Informationen und zu den weiteren Aktionen des Aktionstages in Falkensee gibt es bei der Partnerschaft für Demokratie: https://www.pfd-falkensee.de/.

Dabei soll es zum einen einführend um ihr Leben in Finkenkrug am authentischen und für uns heute historischen Ort gehen und andererseits werden zwei Aktive unserer Gruppe einige ihrer Gedichte vortragen. Diese Form der Erinnerung an sie gehört für uns deshalb zu einem solchen Aktionstag, da Frau Kolmar als Jüdin im historischen Kontext aufgrund ihrer „rassischen Zugehörigkeit“ Vorurteilen der Umgebung unterlag. Diese Vorurteile wurden in ihrem Fall zu einer Verurteilung, führte zur Verfolgung und schließlich ihrer Ermordung. Wir fragen uns, wie geht die Gesellschaft, wie gehen wir in Falkensee heute mit diesem Erbe um?

Alle an diesem Tag alle stattfindenden Veranstaltungen werden durch das Jugendforum gefilmt und anschließend in einem Film zusammengegossen, der wiederum online abrufbar sein wird.

Für die Gesamtveranstaltung sind max. 30 min vorgesehen.

Unsere Radtour vom 5. September 2020

Heute fand unsere Radrundfahrt zu Erinnerungsorten in Falkensee statt. Für alle Interessierten, gibt es hier weitere Informationen zu den besuchten Orten und demnächst auch Fotos von der Veranstaltung!

Wenn Sie diese Radrundfahrt verpasst haben, freuen Sie sich bereits jetzt auf eine Folgeveranstaltung! Voraussichtlich im nächsten Frühjahr wird eine weitere Radrundfahrt stattfinden. Auf dem Laufenden halten wir Sie hier auf unserer Internetseite oder bei Facebook.