Filmvorführung am 2.12.2021

Bereits seit 2006 verlegt die Vorbereitungsgruppe Stolpersteine für Falkensee und Umgebung im Osthavelland Stolpersteine für Verfolgte des NS-Regimes. Bisher konnten wir in Falkensee, Brieselang, Dallgow, Nauen mit Ribbeck 46 solcher besonderen Erinnerungsmale verlegen. Darüber hinaus beschäftigen wir uns intensiv mit der Geschichte der NS-Zeit und bieten verschiedene Veranstaltungen zu diesem Thema an. Wir möchten damit einen Beitrag gegen das Vergessen leisten – den verfolgten Menschen ein Gesicht zu geben und sie aus der Anonymität herausholen, indem wir beispielsweise auf unseren Fahrradrundtouren Stolpersteine besuchen und über das Schicksal der Menschen berichten. 

Am Donnerstag, dem 2. Dezember werden wir den Dokumentarfilm „Jetzt nach so vielen Jahren“ vorführen. In der Falkenhagner Kirche in der Kirchstraße – neben dem Haus am Anger, in der Nähe des Rathauses – wird der Film ab 19 Uhr zu sehen sein. Wir freuen uns, dass auch einer der Regisseure an diesem Abend in Falkensee sein wird. Anschließend haben wir Gelegenheit mit Herrn Schnabel und auch untereinander ins Gespräch zu kommen. 

Sie sind herzlich zur Teilnahme eingeladen! Der Eintritt ist frei.

Die Kirche verfügt auch unter dem aktuellen Abstandsgebot über ausreichend Plätze.

Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen sind uns Interessierte, welche die 2G+-Regel erfüllen, sehr willkommen! Das heißt: geimpft oder genesen (gern auch zusätzlich mit Schnelltest aus dem Testzentrum). Bitte den Mund-Nasen-Schutz nicht vergessen. Mit einer Anmeldung vorab an info@stolpersteine-falkensee.de helfen Sie uns sehr bei der Organisation!

Zum Inhalt des zeitlos wirkenden Dokumentarfilmes:

Der Film widmet sich der Aufarbeitung des Schicksals verfolgter Juden in der Nordhessischen Stadt RhinaBis 1923 war mehr als die Hälfte der Dorfbewohner jüdisch, lange Zeit wurde es „Klein-Jerusalem“ genannt. Als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurde diese alte jüdische Gemeinde zugrunde gerichtet, und die meisten Juden wurden in Konzentrationslager deportiert. 

In Rhina blieb von ihnen nicht mehr als ein verwüsteter Friedhof zurück. 1981 drehte ein Filmteam des Hessischen Rundfunks eine eindrucksvolle Dokumentation über das einst so jüdische Dorf in Hessen. Befragt nach den früheren Nachbarn erzählten die Rhinaer vom friedlichen Miteinander damals. Die überlebenden und betroffenen Zeitzeugen erinnern sich anders an diese dunkle Zeit. Um diese unterschiedliche Wahrnehmung geht es in diesem Dokumentarfilm.

Neue Radrundfahrt am 9. Oktober 2021

Kommen Sie mit uns am Samstag, dem 9. Oktober 2021 auf eine abwechslungsreiche Radrundfahrt zu Orten der Erinnerung in Dallgow. Los geht es zunächst um 11 Uhr am ehem. Wohnhaus von Gertrud Kolmar in der Feuerbachstr. 13 in Falkensee, wir fahren zu verschiedenen historisch bedeutsamen Orten in Dallgow und beenden unsere Fahrt gegen 13.30 Uhr am Bahnhof Dallgow- Döberitz.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Auf die Einhaltung der aktuellen Pandemie- und Hygieneauflagen ist dabei zu achten. Mit einer kurzen Anmeldung, helfen Sie uns sehr bei der Organisation!
Einen Bericht über unsere letzte Radrundfahrt finden Sie hier.

Start um 11 Uhr am ehem. Wohnhaus von Gertrud Kolmar in der Feuerbachstr. 13 in Falkensee

Stolpersteinverlegung Nauen, 18. September 2021

Am Samstag, 18. September 2021 findet die zweite Stolpersteinverlegung dieses Jahr im Havelland statt.

Ablauf

11:00 Uhr: Verlegung der Stolpersteine

für Familie Homburger in Nauen, Am Ritterfeld 22

11:30 Uhr: Verlegung des Stolpersteins

für Michael Kukurudza in Nauen, Berliner Straße 16

12:30 Uhr: Vortrag und kleiner Empfang mit anschließendem Imbiss

in der Aula im Goethe-Gymnasium in der Parkstraße 7

Michael Kukurudza

Familie Kukurudza stammte ursprünglich aus Polen. 1924 zogen Michael Kukurudza und seine LebensgefährBn Magdalena Sawka mit ihren zwei Kindern nach Nauen, wo noch zwei Töchter geboren wurden. Vater Michael Kukurudza arbeitete als selbständiger Schumacher.

Am 29. Mai 1933 wurde er von vier Hilfspolizisten wegen angeblichen Waffenbesitzes verhaPet und in das KonzentraBonslager Börnicke überführt. Hier wurde er misshandelt und noch am gleichen Abend durch einen SA-Mann erschlagen. Seine Leiche wurde auf dem Gelände verscharrt. Als polnischer Staatsangehöriger erregte die Ermordung zwar internaBonales Aufsehen, führte jedoch erst nach dem Krieg zu Konsequenzen für den Täter.

Familie Homburger

Emil Homburger stammte ursprünglich aus Hessen, wuchs aber in Nauen auf. Nach Abschluss des Realgymnasiums begann er eine kaufmännische Lehre in einer Bank. Als Soldat im I. Weltkrieg erhielt er diverse Auszeichnungen. Im Jahre 1921 heiratete er Bianka Bernstein und im darauf folgenden Jahr kam Sohn Hans zur Welt. Im gleichen Jahr eröffnete Emil Homburger auch sein Textilwarengeschäft in der Nauener Marktstraße 19.

Auch Sohn Hans besuchte das Realgymnasium, das er aber ab März 1938 nicht mehr betreten durfte, weil er Jude war. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden sowohl das Geschäft als auch die Wohnung der Familie Homburger demoliert. Emil Homburger wurde verhaftet und von der Potsdamer Gestapo verhört. Im Februar 1939 gelang der Familie Homburger die Flucht über Frankreich nach Bolivien. 

Dort bauten sie sich unter extremen klimatischen Bedingungen mühevoll eine neue Existenz auf. Während die Eltern einen kleinen Lebensmittelladen in der Hauptstadt La Paz betrieben, ging Hans Homburger als Landarbeiter in den subtropischen Urwald. Emil und Bianka Homburger starben in den 1960er Jahren, Hans Homburger im Jahre 2005. Ihre Gräber befinden sich in Bolivien. 

Wir haben zum Vortrag nach der Verlegung eine Broschüre erstellt, in der Sie weitere Details zum Schicksal der Familie Homburger finden!

Stolpersteinverlegung Dallgow, 14. August 2021

Vor 13 Jahren startete der erste Versuch, ein durch Nationalsozialisten ermordetes Ehepaar durch Stolpersteine zu ehren. Nun kehren Herta und Richard Katz nach 78 Jahren an den Ort zurück, an dem sie lebten.

Ablauf

11 Uhr: Verlegung der Stolpersteine

in Dallgow, Nauener Straße 24
mit einführenden Worten von Rüdiger Schäfer, dem stellv. Bürgermeister Peter Kristke und dem Posaunenchor des Pfarrsprengels Dallgow

12 Uhr: Vortrag

im großen Saal des Rathauses Dallgow von Dr. Christoph Janssen und Claudia Schmidt
Beitrag gegen das Vergessen, ein Versuch, der Familie Katz ein Gesicht zu geben, sie aus der Anonymität herauszuholen. Das Ergebnis einer intensiven Spurensuche, die im Bundesarchiv begann und über Landes- und Privatarchive nach Frankreich und in die USA führte. Am Anfang war nur ein Name, am Ende blicken wir auf ein ganzes Leben zurück.

Im Anschluss: Ausklang mit einem kleinem Imbiss

Ehepaar Katz

Herta und Richard Katz stammten aus angesehenen Berliner Familien. Richard Katz war Architekt und erwarb 1929 für seine dreiköpfige Familie ein kleines Eigenheim in Dallgow.

Nach 1933 wurden sie als Juden zunehmend verfolgt. Die Eltern zogen sich dauerhaft nach Dallgow zurück. Zuletzt einkommenslos und geächtet, wurden beide 1943 deportiert.

Im darauf folgenden Jahr wurden Richard Katz in Theresienstadt und Herta Katz in Auschwitz ermordet. Einzig ihre Tochter Romana überlebte und konnte über diese Zeit berichten.

4. Historische Radrundfahrt nach Schönwalde und Eiskeller mit neuem Teilnehmendenrekord

Bei herrlichem Wetter lockte unsere Radrundfahrt 60 Interessierte an. Nach der Begrüßung durch Thomas Lenkitsch ging es vom Falkenseer Treffpunkt an der Roten Villa es zunächst durch den kühlenden Wald nach Schönwalde-Siedlung. Zunächst führte Jörg Kluge am Strandbad Schönwalde in die Geschichte der Gemeinde mit sieben Ortsteilen ein.

Die zweite Station war das Haus Großer Ring 89. Hier erläuterte Uwe Ulrich die Situation verfolgter Juden in Schönwalde während des Nationalsozialismus. Eine der betroffenen Familien war Dagny Herzberg mit ihren beiden Söhnen. Nach Verhaftung der Mutter und Überführung ins Konzentrationslager Ravensbrück blieben ihre drei und zehn Jahre alten Kinder allein zurück. Sie überlebten nur, weil sich befreundete Familien ihrer annahmen. Der Enkel von Dagny Herzberg, Julien Hartley, war Teilnehmer der Radrundtour und berichtete mit bewegenden Worten vor dem letzten selbst gewählten Wohnort seiner Großmutter über ihr Schicksal: Sie wurde 1942 ermordet. Im Mai 2022 wird an dieser Stelle ein Stolperstein für Dagny Herzberg verlegt werden.An der Steinernen Brücke wurde die Gruppe von Bürgermeister Bodo Oehme erwartet. Er ließ es sich nicht nehmen, an diesem Erinnerungsort der deutschen Teilung über die besondere Geschichte des Grenzortes zu sprechen. Andere (ehemalige) Schönwalder Einwohner und Mitorganisatoren Jörg Kluge und Thomas Lenkitsch ergänzten aus ihrem Geschichtenfundus. Anschließend bereisten die Teilnehmenden den bereits sehr gut mit Stelen ausgestatteten Mauerradweg und machten Halt an verschiedenen geschichtsträchtigen Punkten, wo es weitere Erläuterungen von Jörg Kluge und Ines Oberling gab.

Am letzten Halt tauchten die Mitfahrenden in das Landschaftsschutzgebiet des Eiskellers ab. Fast wie auf Bestellung kreuzte ein Reh entspannt den Weg. Als einer der wenigen Einwohner dieses Fleckchen gab Jörg Kluge hochinteressante Einblicke in die wechselvolle mit der Grenzziehung verbundene Geschichte der ehemaligen Enklave Eiskeller.

Drei spannende Stunden einer kleinen Zeitreise waren wie im Fluge vergangen. Im Anschluss folgten viele der Mitreisenden noch unserer Einladung zu einem gemütlichen Beisammensein im Freien. Die 5. Radrundtour wird voraussichtlich am 9. Oktober 2021 ins 750jährige Dallgow führen.

Herr Sonntag aus Schönwalde hat ein Video von unserer Radrundfahrt gemacht und auf YouTube veröffentlicht: https://youtu.be/lIjIXlico7Y.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden!

Neue Radrundfahrt am 26. Juni 2021

Aufgrund der sinkenden Coronazahlen und des guten Wetters, starten wir einen neuen Versuch!
Am 26. Juni möchten wir mit Ihnen eine rund dreistündige Fahrradrundtour zu historischen Stätten machen. Wir treffen uns um 10 Uhr an der Roten Villa Falkensee (Schönwalder Straße/ Ecke Niederneuendorfer Weg) und fahren dann nach Schönwalde Siedlung, anschließend zur Steinernen Brücke weiter über den Mauerweg nach Eiskeller. An interessanten Stationen machen wir Halt und geben Hintergrundinformationen zur Geschichte dieser Orte. 
Auf die Einhaltung der aktuellen Pandemie- und Hygieneauflagen ist dabei zu achten. Mit einer kurzen Anmeldung, helfen Sie uns sehr bei der Organisation!
Einen Bericht über unsere letzte Radrundfahrt finden Sie hier.

Start um 10 Uhr an der „Roten Villa“ Falkensee, Schönwalder Straße/ Ecke Niederneuendorfer Weg

Tag der Nachbarschaft im Weltladen

Am Freitag findet in Falkensee im und um den Weltladen der Tag der Nachbarschaft statt. 

Von 10 bis 18 Uhr gibt es die Möglichkeit sich über die vielfältigen Angebote und Gruppen in Falkensee zu informieren und mit der Nachbarschaft ins Gespräch zu kommen. Der Weltladen hat tolle Angebote vorbereitet! A

Auch Mitglieder von uns werden vor Ort sein und gern Fragen zu Stolpersteinen und unserer Arbeit beantworten. 

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Weltladens: https://weltladen-falkensee.de/veranstaltungen/28-05-und-29-05-2021-tag-der-nachbarschaft-und-markttag/

Aktionstag „Vorsicht Vorurteile“

Wir haben am 18. März 2021 am bundesweiten „Aktionstag gegen Vorurteile“ teilgenommen. Vor dem letzten selbst gewählten Wohnort von Gertrud Kolmar und ihrem Vater im Falkenseer Ortsteil Finkenkrug wurde an diese beiden verfolgten Menschen erinnert und aus den Gedichten von Gertrud Kolmar gelesen.

Der halbstündige Film über die in Falkensee durchgeführten Projekte an diesem Aktionstag ist bei Youtube zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=mFA_qdwytGY
Danke an das Jugendforum Falkensee!


Mit dabei:

  • Kunstaktion im Geschichtspark an der letzten verbliebenen Baracke des Falkenseer Außenlagers des Konzentrationslagers Sachsenhausen
  • Ansprache des Bürgermeisters Heiko Müller
  • Lesung am Kolmar-Wohnhaus in der Feuerbachstraße
  • Zusammenfassung der Online-Diskussion „Frauen in der Pandemie“

Beitrag zum Aktionstag „Vorsicht Vorurteile“

Anlässlich des Aktionstages „Vorsicht Vorurteile“ wird unsere Gruppe am 18. März 2021 um 14 Uhr in der Feuerbachstraße 13 in Falkensee vor dem ehemaligen Wohnhaus von Gertrud Kolmar (heute Hort der Lessingschule) über das bemerkenswerte Leben und Werk dieser bedeutsamen Lyrikerin sprechen. 
Weitere Informationen und zu den weiteren Aktionen des Aktionstages in Falkensee gibt es bei der Partnerschaft für Demokratie: https://www.pfd-falkensee.de/.

Dabei soll es zum einen einführend um ihr Leben in Finkenkrug am authentischen und für uns heute historischen Ort gehen und andererseits werden zwei Aktive unserer Gruppe einige ihrer Gedichte vortragen. Diese Form der Erinnerung an sie gehört für uns deshalb zu einem solchen Aktionstag, da Frau Kolmar als Jüdin im historischen Kontext aufgrund ihrer „rassischen Zugehörigkeit“ Vorurteilen der Umgebung unterlag. Diese Vorurteile wurden in ihrem Fall zu einer Verurteilung, führte zur Verfolgung und schließlich ihrer Ermordung. Wir fragen uns, wie geht die Gesellschaft, wie gehen wir in Falkensee heute mit diesem Erbe um?

Alle an diesem Tag alle stattfindenden Veranstaltungen werden durch das Jugendforum gefilmt und anschließend in einem Film zusammengegossen, der wiederum online abrufbar sein wird.

Für die Gesamtveranstaltung sind max. 30 min vorgesehen.