Maria Schneider-Plaut

| Geboren | |
| Gestorben | 1982 |
Joseph Plaut

| Geboren | |
| Gestorben | 1966 |
| Adresse | Reinickestraße 8 |
| Ort | Falkensee |
| Verlegedatum | 24.09.2026 |
Der vielseitige Schauspieler, Sänger, Rezitator und lippische Heimatdichter Joseph Plaut aus Detmold feierte nach dem Ersten Weltkrieg große Erfolge. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Berliner Schauspielerin und Sängerin Maria Schneider, glänzte er in Kabarettprogrammen und auf Schallplatten. Wegen zahlreicher Rundfunkauftritte gelangte Joseph Plaut zu einem großen Bekanntheitsgrad. Er beherrschte zahlreiche Dialekte, erfand zahlreiche Sketche und rezitierte gern Fontane, Andersen und Tschechow. 1928 ließ sich das Künstlerpaar in der Falkenseer Reinickestraße 8 von der Firma Loeb Holzbau ein Holzhaus errichten und erwarb zudem das Grundstück Falkenhagener Straße 54 von Friedrich Ganskow.
Wegen seiner jüdischen Herkunft erhielt Plaut 1933 Auftrittsverbot. 1936 emigrierte er über die Schweiz nach England, wo er für die BBC arbeitete. Seine Ehefrau blieb zur Sicherung des Eigentums in Falkensee zurück. Nach einer Denunziation wegen des Hörens von „Feindsendern“ durch einen Untermieter wurde sie 1944 inhaftiert. Nach qualvollen Monaten im Frauengefängnis Cottbus und im Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel wurde sie im Mai 1945 befreit und reiste ebenfalls nach England. 1949 kehrte das Ehepaar nach Deutschland zurück, betrat Falkensee jedoch nie wieder. Joseph Plaut wurde wieder künstlerisch in seiner lippischen Heimatregion aktiv. Er verstarb 1966 in Bad Salzuflen, Maria Schneider-Plaut 1982 in Detmold.
Literatur: Eugen Heinen: Chottechott, was isser damit!? Zum Leben und Wirken des jüdischen Vortragskünstlers Joseph Plaut aus Lippe-Detmold (1879-1966). Detmold 2004.
